Manchmal werden Dinge fortgeführt, weil sie so laufen. Zum Beispiel gilt es als ausgemacht, dass ein neues Jugendhaus in Füssen entstehen soll. Ist das wirklich sinnvoll, fragte ich mich und kam zu folgender Einschätzung (Leserbrief auf Seite 32 der Allgäuer Zeitung vom 6. März 20):

Im Sozialgesetzbuch wird in Kapitel 2 „Leistungen der Jugendhilfe“ beschrieben. Ab § 11 hier:

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/BJNR111630990.html

Dort heißt es, „Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen“. Und weitere Beschreibungen. Daraus sind Angebote erforderlich, die aber nicht aus einem Neubau eines Jugendhauses bestehen müssen (siehe die weiteren Paragrafen).

Nun konkrete Zahlen: Das Defizit des Jugendhauses betrug in 2018  162.500 Euro.  In 2017  159.450 Euro und in 2016
144.199,86 Euro. In folgendem Link finden sich die Zahlen auf Seite 96 unten. Sehr differenziert auch die Einzelbeträge:

Haushaltsplan Füssen für 2019

Die Ausgaben für den Neubau addieren sich laut Haushaltsplanung auf 10000 Euro in 2020 für Planungen und jeweils 2.000.000 Euro in den Jahren 2021 und 2022.  Hier findet sich unten der Link zum PDF-Dokument unter „Finanzplan VmHH 2021 – 2023“:

Finanzplan Füssen Vermögenshaushalt 2021 bis 2023

Zudem wurde das Jugendhaus vor dem Einzug vor etlichen Jahren für mehrere hunderttausend Euro, eventuell 1 Mio., saniert und isoliert. Zahlen dazu sind nicht online, ich frage nach.

Gigantische Summen, die viel zu wenig unter der Jugend Füssens „gestreut“, aufgeteilt werden. Dieser Neubau ist nicht geeignet, in breitem Umfang die Füssener Jugend zu erreichen. Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister und Stadtrat dieses Thema auf den Prüfstand stellt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar